So läuft ein Treffen ab

gruppensitzung

Der erste Schritt in eine Selbsthilfegruppe braucht Mut. Viele spüren Unsicherheit oder Angst, weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Das ist völlig normal.

Im Kreuzbund geht es nicht um Leistung oder Perfektion. Es geht darum, ehrlich zu sein – auch mit sich selbst. Du darfst einfach kommen, zuhören und spüren: Hier verstehen dich Menschen, die Ähnliches erlebt haben.


Was du nicht musst

▪ Du musst nichts vorbereiten.
▪ Du musst nicht über dich sprechen, wenn du das nicht willst.
▪ Du musst nicht nüchtern „für immer“ sein – der heutige Tag zählt.
▪ Du musst nicht perfekt funktionieren.

Der einzige Schritt, der zählt, ist der, den du gerade tust: du kommst.


Was dich erwartet

Eine Kreuzbundgruppe ist ein geschützter Raum für Menschen mit Suchterfahrungen und ihre Angehörigen. Im Mittelpunkt steht das Gespräch – ehrlich, respektvoll und vertraulich.

Ankommen in Ruhe: Die Treffen beginnen pünktlich mit einer kurzen Begrüßung. Kein Druck, niemand muss sich rechtfertigen.
Gesprächsrunde: Du entscheidest, ob und wann du etwas sagen möchtest. Zuhören genügt.
Offene Atmosphäre: Alles, was gesprochen wird, bleibt in der Gruppe.
Zeit für Austausch: Viele erzählen, wie es ihnen geht oder welche Herausforderungen gerade anstehen.
Gemeinsamer Beginn, gemeinsamer Abschluss: Wir fangen pünktlich an und beenden den Gruppenabend nach etwa 90 Minuten – oft mit einem Gefühl von Erleichterung und Gemeinschaft.

Viele sagen danach: „Ich war nervös – aber schon nach zehn Minuten wusste ich: Ich bin hier richtig.“

Wer dich begleitet

Unsere Gruppen werden von erfahrenen und geschulte Kreuzbund-Mitgliedern geleitet – meist selbst Betroffene oder Angehörige. Sie sorgen dafür, dass jedes Treffen sicher, respektvoll und wertschätzend verläuft.

Eine Gruppe hat in der Regel 6 bis 12 Teilnehmende, manchmal auch mehr – je nach Raum, Thema und Zusammensetzung. Wichtig ist nicht die Zahl, sondern die Atmosphäre: offen, vertraulich und auf Augenhöhe.

Warum dieser Schritt sich lohnt

Gemeinschaft verändert.
Wenn du Menschen triffst, die dieselben Kämpfe kennen, verliert die Sucht an Macht. Du lernst, mit Rückfällen umzugehen, Stabilität zu finden und Vertrauen neu aufzubauen – in dich selbst und andere.

Niemand muss diesen Weg allein gehen. Und du musst ihn auch nicht sofort verstehen. Wichtig ist nur: Du bist unterwegs.


FAQ - Häufige Fragen vor dem ersten Besuch

1. Muss ich mich anmelden?
Nein. In den meisten Gruppen kannst du ohne Anmeldung kommen. Ein kurzer Anruf vorher hilft, offene Fragen zu klären und Sicherheit zu gewinnen. Und dann weiß jemand, dass du kommst, und begrüßt dich persönlich.


2. Kostet das etwas?
Die ersten Besuche sind selbstverständlich kostenlos. Wer regelmäßig kommt und merkt, dass der Kreuzbund zu einem wichtigen Teil seines Lebens geworden ist, kann – in der Regel nach etwa sechs Monaten – Mitglied im Kreuzbund e. V. werden. Mit dem kleinen monatlichen Beitrag unterstützt du die Arbeit der Gruppe und hilfst, dass diese Gemeinschaft bestehen bleibt.


3. Muss ich gleich etwas sagen?
Nein. Zuhören reicht vollkommen. Viele erzählen erst nach mehreren Treffen – oder gar nicht. Alles ist richtig. Offenheit entsteht mit Vertrauen – und das braucht Zeit.


4. Wer ist in der Gruppe?
Menschen wie du – Betroffene und Angehörige. Keine Fachleute, keine Diagnosen, nur ehrliche Begegnungen.


5. Was, wenn ich rückfällig war oder noch trinke?
Dann bist du trotzdem willkommen und genau richtig hier. Wichtig ist nur: Am Tag des Treffens gilt Tagesnüchternheit. Das heißt, du solltest weder Alkohol noch andere Suchtmittel konsumiert haben, wenn du zur Gruppe kommst. Diese Vereinbarung schützt alle Teilnehmenden und sorgt für einen sicheren, respektvollen Austausch. Rückfälle gehören zum Weg der Veränderung – hier darfst du offen darüber sprechen, wenn du dazu bereit bist.


6. Wie läuft ein Treffen ab?
Ein Gruppentreffen dauert etwa 90 Minuten und findet in einem geschützten, vertraulichen Rahmen statt. Nach einer kurzen Begrüßung folgt die Gesprächsrunde mit offenem Austausch und anschließendem Abschluss. Wir bitten um pünktliches Erscheinen, damit die Gruppe gemeinsam beginnen kann und niemand aus dem Gespräch herausgerissen wird. Nach dem offiziellen Teil kannst du gern noch bleiben und weiterreden – viele nutzen das, um Fragen zu stellen oder einfach beisammen zu sein.


7. Sind Angehörige auch willkommen?
Ja, sehr gerne sogar. Angehörige, Freunde oder Partner sind herzlichen willkommen, sie sind Teil unserer Gemeinschaft. In Duisburg gibt es zusätzlich eine eigene Gruppe nur für Angehörige, in denen es um Entlastung und klare Grenzen geht.


8. Ich weiß nicht, ob ich dazugehöre …
Wenn du über deinen Konsum oder das Verhalten eines nahestehenden Menschen nachdenkst, gehörst du dazu. Schon die Frage zeigt, dass du etwas verändern möchtest.


9. Wie finde ich die richtige Gruppe?
Über unsere Gruppensuche in Duisburg – dort kannst du nach Stadtteil, Tag und Uhrzeit filtern.


10. Ich habe Angst, hinzugehen …
Das ist völlig normal. Fast jeder hatte beim ersten Mal Angst. Aber: Niemand bewertet dich, niemand drängt dich. Du wirst freundlich begrüßt – und darfst einfach da sein.

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