Hilfe für Angehörige
Wenn Sucht das Gleichgewicht verändert
Eine Familie oder Beziehung ist ein bisschen wie ein Mobile: Verändert sich ein Teil, bewegt sich das Ganze.
Wenn ein Mensch suchtkrank ist, betrifft das deshalb häufig auch Partnerinnen und Partner, Eltern, Kinder, Geschwister und andere nahestehende Personen. Sorgen, Streit, Enttäuschungen und das Gefühl, ständig reagieren zu müssen, können mit der Zeit viel Kraft kosten.
Vielleicht versuchst du, das Problem nach außen zu verbergen. Vielleicht übernimmst du Aufgaben, hältst Dinge zusammen oder fragst dich, ob du etwas falsch gemacht hast.
Dabei geraten die eigenen Bedürfnisse leicht aus dem Blick.
Was Angehörige oft leisten – und aushalten
Oft entsteht das Gefühl, mitverantwortlich zu sein. Für das Verhalten. Für die Stimmung. Für den Verlauf.
▪ Du verheimlichst das Suchtproblem nach außen.
▪ Du übernimmst Aufgaben des Suchtkranken.
▪ Du fühlst dich mitschuldig oder hilflos.
▪ Du vernachlässigst deine eigenen Bedürfnisse.
▪ Du ziehst dich zurück und fühlst dich erschöpft.
Erkennst du dich wieder?
Was jetzt helfen kann
Sich von der Suchterkrankung eines Familienmitglieds zu lösen ist schwer – aber möglich. Du kannst konkrete Schritte gehen:
Erste Schritte
▪ Sprich mit jemandem, der Erfahrung mit Suchterkrankungen hat.
▪ Informiere dich über das Krankheitsbild und seine Auswirkungen auf Beziehungen.
▪ Sprich mit Menschen, die Ähnliches erleben – z. B. in einer ↗Kreuzbundgruppe.
Was dir langfristig hilft
▪ Setze Grenzen, wo sie notwendig sind.
▪ Verstehe typische Verhaltensmuster besser und versuche Manipulationsversuche zu erkennen.
▪ Achte bewusst auf dein eigenes Wohlergehen – und auf das deiner Kinder.
▪ Lerne zu unterstützen, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
„In der Gruppe habe ich gelernt: Ich kann meinen Mann nicht retten.
Aber ich kann mich retten – und das verändert alles.
Seit ich für mich sorge, hat sich auch zwischen uns vieles beruhigt.
Ich fühle mich wieder frei, ohne gleichgültig zu sein.“
- Barbara, Ehefrau
Welche Gruppe passt zu dir?
Angehörige sind grundsätzlich in den Kreuzbundgruppen willkommen. Manche erleben den gemeinsamen Austausch mit Betroffenen als hilfreich, weil unterschiedliche Sichtweisen zusammenkommen.
Zusätzlich gibt es in Duisburg eine eigene ↗Angehörigengruppe. Hier geht es ausschließlich um dich – dein Erleben, deine Belastung, deine Fragen. Ohne erklären zu müssen. Ohne Rücksicht auf den Betroffenen.
Finde den Weg, der sich für dich im Moment richtig anfühlt.
Du bist nicht allein
In einer Gruppe triffst du Menschen, die deine Situation kennen. Du musst nichts erklären und nichts rechtfertigen. Du hörst, wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen. Und merkst: Du bist nicht allein. Du musst da nicht allein durch. Der erste Schritt kann ein Besuch in einer Gruppe sein. Wir sind in deiner Nähe.
